INPUT 4, 10.4.20, "Unter die Leute gehen?" - Philipper 2, 5-11

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Gedanken zu Karfreitag, 10. April 2020

Gnade seit mit euch und Friede von Gott, dem Vater
und unserem Herrn Jesus Christus.
1. Kor. 1,3
Pfr. Peter Hediger,
Video unter youtube

Aus dem Brief des Paulus an die Philipper
5 Eure Einstellung soll so sein, wie sie in Jesus Christus war: 6 Er war genauso wie Gott / und hielt es nicht gewaltsam fest, Gott gleich zu sein. 7 Er legte alles ab / und wurde einem Sklaven gleich. / Er wurde Mensch / und alle sahen ihn auch so. 8 Er erniedrigte sich selbst / und gehorchte Gott bis zum Tod - zum Verbrechertod am Kreuz. 9 Darum hat Gott ihn über alles erhöht / und ihm den Namen geschenkt, / der über allen Namen steht: 10 Denn vor dem Namen Jesus wird einmal jedes Knie gebeugt; / von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr. 11 Und jeder Mund wird anerkennen: / "Jesus Christus ist der Herr!" / So wird Gott, der Vater, geehrt..

Liebe Gemeinde,
verboten ist es nun, unter die Leute zu gehen. Bundesrat und Behörden mahnen: Man könnte sich den Tod holen oder das Leben Anderer bedrohen. Hierin bin ich den Verantwortlichen dankbar, dass sie bisher dem Druck der Wirtschaft getrotzt und nicht voreilig diese Massnahmen abgebrochen haben. Dies ist im Sinne von Jesus, der sich auf die Seiten der Armen und Schwachen stellte. Ein rechter Mittelweg zwischen den verschiedenen Ansprüchen wird sich finden lassen, dafür wollen wir auch beten.
Bisher - und hoffentlich bald wieder – ist es eine gute Sache, unter die Leute zu gehen. Und es wird auch von hochstehenden Persönlichkeiten geschätzt, die sonst in Residenzen und Palästen leben. Dabei denke ich gerade an die sonst eher reservierte Königin von England, die sich am letzten Wochenende an ihr Volk und an die ganze Welt wendete - zumindest verbal.
Ich denke auch an den wohl beliebtesten Papst des letzten Jahrhunderts, Johannes XXIII, der sich immer wieder auf die Strassen Roms begab und damit, wenn er erkannt wurde, Überraschung und Freude auslöste. Wer nichts zu verstecken hat, muss sich auch nicht verstecken.

Unser Predigttext handelt von einem, der auch nichts zu verbergen hatte und mehr als nur einen Palast oder eine Residenz bewohnte: Jesus Christus. Er kam aus dem Himmel, dem Sein mit Gott und dem Sein wie Gott. Er hielt nich gewaltsam daran fest, lesen wir.
Wer gewaltsam an der Macht, am Sein in seiner Residenz festhält, bringt leicht Tod, Verderben und wirtschaftliche Not über sein Volk.
Jesus tat genau das Gegenteil. Er riskierte nicht das Leben Anderer, er setzte nur sein Leben ein für die Anderen. Er wurde Mensch, ein sterblicher Mensch und ein Opfer der dunklen Seiten des Menschseins, der schattentiefen Abgründe in der Seele seiner Gegner. Er ging unter die Leute im wortwörtlichen Sinne - er wurde ihr Sklave. Die weltlichen Regenten lassen sich dienen, der himmlische König dient uns.
Dafür hat Gott ihn auferweckt, erhöht und er wirkt jetzt vom Himmel aus. Er ist lebendig und wirkt an den Lebenden, er wirkt noch heute unter den Lebenden. Er wirkt dort, wo das Leben stärker ist als der Tod. Oft gerade, wenn Menschen in Bedrängnis kommen. Wo jemand seine Residenz verlässt und - helfend - unter die Leute geht. Was sind unsere Residenzen? Eigennutz, Bequemlichkeit, mangelnder Mut, Angst, etwas zu verlieren.

Vor wenigen Monaten noch war zu hören: Die jungen Leute sind die Vorreiter und Repräsentanten einer Ego-Gesellschaft. Sie nehmen auf nichts Rücksicht, nicht auf die Betagten, nicht auf Ruhezeiten, nicht auf die Umwelt. Nun werden wir aber eines Besseren belehrt. Der Ansturm von jungen und mittelalterlichen Menschen zu Hilfsdiensten in der Krisezeit ist gross. So gross, dass längst nicht alle eingesetzt werden können. Der äussere Feind Corona macht einig und weckt die positiven Seiten in der Seele dieser Leute. Das ist gewirkt vom Geist des Gottes, der Leben erschuf und auf der Seite des Lebens steht.

Unser Text mündet in eine hoffnungsvolle Zukunfts-Verheissung. Es ist die neue Schöpfung, wo einmal «Gott abwischen wird alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.» (Offbg.21, 4). Dann sind alle Seuchen, Pandemien und selbst der Tod nicht mehr. Dann wird «vor dem Namen Jesus einmal jedes Knie gebeugt; / von allen, ob sie im Himmel sind, auf der Erde oder unter ihr. » (Phil. 4,10)
Diesem Namen dürfen wir schom jetzt alle Ehre machen. Alle Menschen, besonders aber wir im christlichen Abendland haben in dieser schwierigen Zeit Gelegenheit, unter die Leute zu gehen: nicht unbedingt körperlich, sonden durch sinnvollen Verzicht auf Annehmlichkeiten. Soweit möglich hilfreich mit Taten, hilfreich auf alle Fälle mit guten Worten, mit Gebeten. Amen

Gebet
Gott, König, Herr, unser Hirte und Vater,
du bist hoch über uns allen. Und du bist unter die Leute gegangen, bist Mensch geworden durch deinen Sohn Jesus Christus.
An Karfreitag hat er uns gezeigt, dass er wirklich alles für uns gab durch seinen Tod am Kreuz.
Gib uns Mut und gute Ideen, etwas für Andere zu geben, nach unseren Möglichkeiten und Talenten.
Wir bitten dich
  • Für alle, die vom Virus befallen sind: schenke ihnen einen milden Verlauf und ein starkes Gemüt.
  • Für die Schwerkranken in den Spitälern, gib ihnen einen langen Atem.
  • Für die Pflegenden: schenk ihnen Ausdauer und deinen Schutz.
  • Für Unternehmer und Arbeiter, die unter dem Lockdown leiden, lass sie Auswege und Hilfe finden.
  • Für uns und alle Welt um deine schützende Hand. Amen

Kollekte: Mission am Nil
Sie setzt sich mit Entwicklungszusammenarbeit und sozial-karitativen Projekten dafür ein, die Lebensbedingungen benachteiligter Menschen in Ländern entlang des Nils nachhaltig zu verbessern, sowie Hoffnung und Glauben an Jesus Christus zu wecken und zu stärken. Die Länder sind Ägypten, Sudan, Eritrea, Äthiopien, Kongo, Tansania.
Die Mission am Nil wurde 1900 gegründet und hat ihre Wurzeln in der evangelisch-reformierten Landeskirche. Die Hilfsangebote stehen allen Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Weltanschauung zur Verfügung.
Füllen Sie einen Einzahlungsschein aus: Postfinance 80-22156-1 oder spenden Sie online IBAN: CH63 0900 0000 8002 2156 1. Den Inputs in der Kirche liegt ein Einzahlungsschein bei.

Unsere Corona-Angebote:
|„Telefon-Seelsorge“: Suchen Sie ein Gespräch? Wir Pfarrer sind für Sie da - melden Sie sich ungeniert bei Pfr. Peter Hediger, 062 723 21 30 oder Pfr. Andreas Wahlen, 062 723 11 33
„Entfelden hilft“: gehören Sie zur „Risikogruppe“ und suchen jemanden, der Ihnen Einkäufe besorgt? Wenden Sie sich an unsere Sozialdiakonin Manuela Koller, 079 769 44 55 – sie vermittelt kostenlos helfende Hände.

Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost was kommen mag
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag


Gnädig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.
Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke.

Ps 145
Bereitgestellt: 10.04.2020     Besuche: 15 Monat
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