INPUT 11, 21.5.20, zu Apg. 2.33+36 - „Auffahrt - Was soll’s?“

Krone_heller <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Bild&nbsp;von&nbsp;272447&nbsp;auf&nbsp;Pixabay)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-oe.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1002</div><div class='bid' style='display:none;'>14031</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Liebe Gemeinde!

Auffahrt bedeutet für viele, ein langes Wochenende mit der sog. „Auffahrts-Brücke“, mit 20 km Stau am Gotthard und prächtig warmem Wetter im Tessin - oder sonst an einem schönen Ort. Dieses Jahr heisst dieser schöne Ort Oberentfelden. Vielleicht reicht es statt Auffahrt zu einer Ausfahrt ins Grüne.
Ich bin über Auffahrt normalerweise im Konfirmandenlager, wir wären im Schwarzwald, aber seit 16 Jahren bin ich das erste Mal wieder daheim - beim Campieren im Garten. Ist auch schön!
Auch die Himmel-Fahrt ist dieses Jahr kein Thema - nichts mit Mallorca oder Kreta, die Swiss-Flotte ist in Kloten, Dübendorf oder Jordanien parkiert, wenige heben ab.
Pfr. Andy Wahlen,
Video dazu auf youtube

Aber ist Auffahrt nicht etwas mehr als die Frage, wo man das verlängerte Wochenende verbringt? Im Glaubensbekenntnis sagen wir: „Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Was haben wir überhaupt von diesem Fest, was bedeutet es? Eigentlich ist es genau das Gegenteil von Weihnachten und genau gleich wichtig und zentral. An Weihnachten feiern wir, dass Jesus als Mensch auf diese Welt gekommen ist, um als Mensch mit uns zusammenzuleben und um zu spüren, was es bedeutet, Freud und Leid zu erfahren, Versuchungen und Schmerzen zu ertragen. Er hat alles selber erlebt und kann darum gut mit uns mitfühlen. Und bei der Auffahrt hat er die Welt wieder verlassen und ist zum Vater zurückgekehrt, wo er schon vorher war. Was bedeutet das für uns? Petrus hat es in seiner Predigt an Pfingsten so beschrieben: „Jesus wurde zum Ehrenplatz an Gottes rechter Seite erhoben… Gott hat diesen Jesus zum Herrn und Christus gemacht.“ (Apg 2,33.36)
Darin sind 4 Aussagen über Jesus enthalten: Er wurde 1. erhöht, 2. zur Rechten Gottes gesetzt, 3. zum Herrn und 4. zum Christus gemacht.

1. Jesus wurde erhöht
Die Jünger haben es live erlebt: Sie waren mit Jesus 40 Tage nach seiner leiblichen Auferstehung an Ostern in der Nähe von Jerusalem, er hat seine Hände über sie ausgestreckt und sie gesegnet. Und während dieser Segenshandlung wurde er vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben, wie wir am Schluss des Lukas-Evangeliums (24,50f) lesen können. Sie waren von ihm darauf vorbereitet, darum waren sie nicht traurig, sondern waren von grosser Freude erfüllt. Spannend ist auch hier wieder die Parallele zu Weihnachten: am Anfang des Luk-Evg hat der Engel den Hirten „grosse Freude verkündigt“ (2,10) weil Jesus auf die Welt gekommen war. Und jetzt kommen die genau gleichen Worte wieder: mit „grosser Freude“ kehrten sie nach Jerusalem zurück. Und in Jerusalem machten die Jünger dasselbe wie die Hirten, nachdem diese vom Stall in Bethlehem zurückgekehrt waren: sie „priesen Gott“ (2,20; 24,53). Für uns ist klar: an Weihnachten freuen wir uns, dass Jesus auf die Erde gekommen ist, wir machen ein grosses Fest und singen Loblieder. Und bei seiner Himmelfahrt? Gibt’s da auch ein Fest? Auch da sind wir eingeladen, ihm Loblieder zu singen! Warum?

2. Jesus wurde zur Rechten Gottes gesetzt
Petrus betont in seiner Predigt, dass dies bereits 1000 Jahre vorher der König David in Ps 110 vorausgesagt hat, dass Gott seinen Herrn zu seiner Rechten setzen werde. Dies ist der Ehrenplatz. Jesus wurde auf die gleiche Stufe gesetzt wie sein himmlischer Vater. Er war schon vor der Schöpfung da und war bis zu seiner Ankunft auf der Welt schon Gott, dann wurde er für gut 30 Jahre Mensch und jetzt war auch den Jüngern klar: dieser Jesus war nicht nur ganz Mensch, sondern auch ganz Gott. Zusammen mit seinem Vater sitzt er auf dem Thron im Himmel und regiert diese Welt in Liebe und Gerechtigkeit. Und weil er zur Rechten Gottes sitzt, ist er dort auch unser Fürsprecher. Er steht persönlich für alle ein, die sich zu ihm bekennen und ihm nachfolgen - wir brauchen keinen Vermittler, keine Heiligen, die für uns ein gutes Wort bei Gott einlegen! Dafür haben wir Jesus. Er steht vor Gott für alles ein, was wir in unserer Welt und auch in unserer Kirche als Schwierigkeit oder Not erfahren, gerade auch in dieser Corona-Zeit. Das ist ein gewaltiges Privileg, das wir da haben. Das gehört zum Kern der Auffahrts-Botschaft.

3. Jesus wurde zum Herrn gemacht
Seit der Himmelfahrt ist Jesus der „Herr aller Herren“, der Herrscher über die sichtbare und unsichtbare Welt. Vielleicht habt ihr Mühe mit dem patriarchalischen Begriff „Herr“. Es ist da aber nicht ein Diktator gemeint, dem man Kadavergehorsam leisten muss. Er ist ja zugleich auch die Liebe in Person, der nur das Beste für seine Leute will. Paulus hat dies in Eph 1,20f so beschrieben: „Er hat Christus den Ehrenplatz an Gottes rechter Seite im Himmel gegeben. Jetzt ist er als Herrscher eingesetzt über jede weltliche Regierung, Gewalt, Macht und jede Herrschaft und über alles andere, in dieser wie in der zukünftigen Welt.“ Wenn sich die ersten Christen zu Jesus als dem Herrn bekannten, ging es nicht nur darum, ihn als persönlichen Herrn anzunehmen. Sie bekannten sich auch zu dem, der vor seiner Himmelfahrt am Schluss des Matth-Evg (28,18) gesagt hat: „Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben.“ Er ist der Herr über alle Herren

4. Jesus wurde zum Christus gemacht (König mit Corona)
Das griech. Wort „Christus“ ist nicht der Nachname von Jesus, sondern ein Titel. Auf Hebräisch heisst es „Messias“, Deutsch: „Gesalbter“. In Israel wurden die Könige gesalbt, auch König David wurde „Messias“ genannt (Ps 18,51). So kann man also sagen: Gott machte seinen Sohn zum König. Jesus hat seine Herrschaft als König, als der angekündigte Nachkomme auf dem Thron Davids an Auffahrt angetreten. Er regiert jetzt schon als König. Sein Königtum findet nicht irgendwann in der Ewigkeit statt, sondern seit Jesus an Auffahrt angefangen hat, als Herr, als Christus bzw. König zu regieren. Er hat die Krone ergriffen - ihr wisst ja, was Krone auf Lateinisch heisst: „corona“. An Palmsonntag sagte ich, dass Jesus der „König ohne corona“ war, weil er nicht mit einer prunkvollen Kutsche, sondern auf einem einfachen Eselchen in Jerusalem eingezogen ist. Trotzdem wurde er von allen wie ein König gefeiert - auch wenn die gleichen Leute ein paar Tage später schrien: „Kreuzige ihn!“ Jetzt an Auffahrt hat er den Königsthron im Himmel bestiegen, und jetzt trägt er auch die Krone als Zeichen, dass er über die ganze Welt herrscht als Christus oder Messias, der Gesalbte Gottes.
Er möchte nicht nur der König im Himmel sein, sondern auch der König und Herr in Deinem Herzen. Wer sitzt auf dem Thron Deines Lebens? Du selber mit Deinem Ego oder der König aller Könige, der das Beste für Dich möchte? Es lohnt sich, ihn auf den Thron zu setzen und ihm sein Leben anzuvertrauen - ich weiss jedenfalls keinen besseren König für mein Leben!

Und was können wir damit machen, dass Jesus an Auffahrt 1. erhöht, 2. zur Rechten Gottes gesetzt, 3. zum Herrn und 4. zum Christus gemacht worden ist? Wir haben es gesehen, wie die Jünger reagiert haben: sie haben ihn angebetet, ihm Loblieder gesungen. Dazu lädt uns ein Lied von Philipp Friedrich Hiller (1699-1769) ein, das in unserem Gesangbuch unter Nr. 492 steht:
 1. Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuss.
Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muss.
 2.Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel ist zu seinem Dienst bereit.
 3.Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet keiner, nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstösslich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich.
11.Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilger bin:
Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm untertänig; ehret, liebet, lobet ihn!

Stimmen wir an Auffahrt in dieses Loblied ein – Jesus ist König! AMEN

Gebet
Herr Jesus Christus. Du bist vor 2000 Jahren zu Deinem Vater im Himmel hinaufgestiegen. Die Jünger hatten eine grosse Freude und beteten Dich an. Wir wissen gar nicht so recht, wie wir Auffahrt feiern sollen. Hilf uns, einzustimmen in das Loblied Deiner Jünger.
Du regierst seither an der rechten Seite des Vaters in Liebe und Gerechtigkeit über diese Welt. Du warst ganz Mensch und bist auch ganz Gott. Du stehst als unser Fürsprecher persönlich für alle ein, die sich zu Dir bekennen und Dir nachfolgen - danke für dieses Angebot!
Du bist der Herr über alle Herren, Dir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Und Du bist der Christus, der Gesalbte Gottes, der König alles Könige. Wir loben und preisen Dich dafür und geben Dir alle Ehre.
Du möchtest auch der König und Herr in unserem Herzen sein. Hilf uns, mit Dir zu rechnen in unserem Leben, weil Du das Beste für uns willst.
Wir bitten Dich für die Menschen, die mit der Corona-Pandemie gefordert sind, segne das medizinische Personal und alle, die mit der Versorgung beschäftigt sind in ihrem Einsatz, schenk den Politikern Weisheit bei den anstehenden Entscheiden, steh den Kranken bei und denen, die Angehörige verloren haben.
Komm mit uns in dieses Auffahrtswochenende und bewahre uns.
Wir beten, wie Du uns gelehrt hast:
  Unser Vater im Himmel. Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

Kollekte: ist heute vorgesehen für die Helimission. Sie hilft mit Helikoptern notleidenden Menschen in abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten: Transport von Patienten und medizinischem Personal, Katastropheneinsätze usw. Unterstützen Sie die Helimission mit einer Spende auf unser Kollektenkonto 50-13302-4 bzw. IBAN: CH59 0900 0000 5001 3302 4 mit Vermerk „Helimission“ - vielen Dank für Ihre Gaben! Im Foyer der Kirche gibt es Einzahlungsscheine.

Unsere Corona-Angebot:
„Telefon-Seelsorge“: Wir Pfarrer sind für Sie da:
Pfr. Peter Hediger, 062 723 21 30 oder Pfr. Andreas Wahlen, 062 723 11 33

Nächster Input:  Sonntag, 24.5.2020, Flyer in der KIrche, Text & Video auf www.ref-oe.ch/inputs

Wochenspruch:
"Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder." Ps. 98.1

Jesus sagte vor seiner Himmelfahrt zu seinen Jüngern (Mt 28,18-20):
„Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben. Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern. Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alle Gebote zu halten, die ich euch gegeben habe. Und ich versichere euch: Ich bin immer bei euch bis ans Ende der Zeit.“

Segen:
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.
AMEN

Bhüet nech Gott und bliibed gsund!

  
Bereitgestellt: 21.05.2020    
aktualisiert mit kirchenweb.ch