INPUT 10, 17.5.2020, Durchbruch aus der Isolation - Kolosser 4.2

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Gnade seit mit euch und Friede von Gott, dem Vater
und unserem Herrn Jesus Christus.
1. Korinther 1,3

Haltet an am Gebet und wachet in demselben mit Danksagung.
Kolosser 4,2
Pfr. Peter Hediger,
Video dazu auf youtube

Liebe Gemeinde,
«Von ferne sei herzlich gegrüsset.» Dieser Satz galt lange Zeit wegen der Corona-Krise. Wir telefonieren, kommunizieren mit den modernen Medien - schreiben sogar Briefe aus der Isolation. Neue Kontakte entstehen aus dieser Abgeschiedenheit heraus, bestehende vertiefen sich. Wir haben mehr Zeit zum Nachdenken, überlegen uns, was wir dem Andern mitgeben könnten und so entsteht manche Idee, manche Einsicht, die sonst vielleicht nie zustande gekommen wäre.

Genauso ist es mit dem Brief des Paulus an die Kolosser. Er entstand anfang der 60er Jahre in Rom. Paulus war auch in Isolation, weitaus strenger als wir in den letzten Tagen. Er war im Gefängnis. Auch in dieser Zeit entstanden neue Kontakte. Mit der kleinen Gemeinde im wenig bedeutenden Ort Kolossä war er nicht persönlich bekannt. Er wusste nur um die Probleme dort: ein buntes Gemisch von Ideen und Philosophien verwirrten die Christen. Und der Apostel wusste sich berufen, Ordnung in den Köpfen zu schaffen.

In diesen Zeiten geht es uns ein wenig wie der Gemeinde in Kolossä: So viele Ideen werden eingebracht, wie es weitergehen soll nach der Lockerung: die Einen empfehlen: man soll Masken tragen. Andere sagen: das bringt gar nichts. Ein Teil behauptet, man muss möglichst schnell die Vorsichtsmassnahmen abbauen, der andere Teil: seid vorsichtig, sonst ist es noch lange nicht vorbei. Und wieder Andere behaupten: Alles halb so schlimm, das Virus ist nicht gefährlicher als eine Grippe. Wo ist in diesem Hin und Her eine verlässliche Stimme? Wer wünschte sich nicht einen Paulus? Eine unzweideutige Stimme, von höchster Stelle berufen. Was würde er uns sagen? Gewiss gäbe er nicht der einen Partei Recht und der anderen Unrecht. Er würde uns sagen: Vertraut! Er verwiese uns an Jesus Christus, der den Tod und alle finsteren Mächte besiegt hat.

Was sollen wir tun? Ein Wort aus unserem Brief gibt uns eine Anregung:
«Haltet an am Gebet und wachet in demselben mit Danksagung.» Kol 4,2

Im Gebet bekommen wir Ruhe und Sicherheit. Wie stelle ich mir ein Gebet vor? Ein Gebet ist eine Begegnung, gerade so, wie wenn ich einem guten Freund oder Verwandten gegenübertreten darf. Freund kommt von Freude. Die Begegnung mit Gott ist nicht Pflicht, sie ist eine erfreuliche Sache direkt und uneingeschränkt. Ich habe mir Zeit genommen zu überlegen: Was möchte ich mit ihm austauschen? Und Gott hat unbeschränkt Zeit für mich. Er hat keine Termine, er ist für mich da. Paulus weist auf verschiedene Dimensionen des Gebetes hin.

«Haltet an.» Nid luggloh, günnt. Heisst das Sprichwort. Auch wenn nicht jedes Gebet eine herausragende Erfüllung, das absolute Glücksgefühl ist - nicht aufgeben. Auch wenn Fragen nicht beantwortet werden - weiterfragen. Wenn sich Bitten auch nach Jahren und Jahrzehnten nicht sichtbar erfüllen - Gott hört uns und wird uns eine neue Einsicht geben können.
«Wachet,» schreibt Paulus. Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie beim Beten eingeschlafen sind? Das kann durchaus einen guten Schlaf schenken, aber es ist nicht in jedem Fall erstrebenswert. Eine bereichernde Erfahrung: früher und nicht erst im Bett liegend beten. Dann bleibt auch viel Aufmerksamkeit für das, was uns umtreibt.

«Wachet im Gebet mit Dankbarkeit!»
Kein Gebet dürfte ohne Danken beginnen. Es gibt genug, auch wenn das Leben düster scheint: «Danke, dass du dir Zeit für mich nimmst, solange ich will. Danke, dass ich gut und bei Kräften aufstehn durfte. Danke, dass ich so viele liebe Menschen haben darf. Danke, hast du mich in diesem ruhigen und sicheren Land leben lässt.» – Wenn ich alle Möglichkeiten aufzählen wollte, ich würde nicht fertig. Dankbarkeit soll mehr sein als Teil des Gebetes. Es ist das tragende Element, es ist der Stoff, aus dem die Begegnungen mit Gott gewebt sind. Darin hat natürlich noch vieles andere Platz: Eine Entscheidung, wo er uns weiter helfen soll? Und schliesslich: Fürbitte ist wesentlich! Für uns und andere. Und sie wirkt. Wir können damit einstehen für die Menschen, die betroffen sind von Krankheit, direkt oder indirekt und können mit der Kraft Jesu gegen alles Leid dieser Welt antreten. Das hilft, wie unser Wort des Paulus und die ganze Heilige Schrift, Ordnung zu schaffen in unseren Gedanken, unseren Herzen und in der aufgewühlten Welt. Amen

Kollekte: Schweizer Bibelgesellschaft
Die Botschaft der Bibel kennt keine Grenzen. Wir tragen sie weiter. So begegnen wir den Fragen und der Sehnsucht der Menschen.
Die Schweizerische Bibelgesellschaft (SB) unterstützt und fördert die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung von Bibeln, Bibelteilen und biblischer Literatur im In- und Ausland. Seit 1955 setzt die SB sich dafür ein, die Bibel in verständlicher, moderner und den Bedürfnissen angepasster Form zu den Menschen zu bringen. Sie ist als Verein organisiert, zu ihren Mitgliedern zählen Kirchen, christliche Gemeinschaften und Werke in der Schweiz sowie Einzelpersonen. Spendenkonten: PC 80-64-4, IBAN Post: CH98 0900 0000 8000 0064 4. Oder benützen Sie den Einzahlungsschein im Faltblatt



Unsere Corona-Angebote:
„Telefon-Seelsorge“: Suchen Sie ein Gespräch? Wir Pfarrer sind für Sie da – melden Sie sich ungeniert bei Pfr. Peter Hediger, 062 723 21 30 oder Pfr. Andreas Wahlen, 062 723 11 33

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Gedenkt nicht an das Alte und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues machen; jetzt soll es aufwachsen,
und ihr werdet's erfahren, daß ich Wege in der Wüste mache und Wasserströme in der Einöde.
Jesaja 43, 18-19

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt,
und von den sieben Geistern, die da sind vor seinem Stuhl.
Offenbarung 1,4
           
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