INPUT 8, 3.5.20, zu Lukas 5.3

See Genezareth 2 —  Blick auf den See Genezareth Richtung Osten<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchenweb.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>262</div><div class='bid' style='display:none;'>1607</div><div class='usr' style='display:none;'>170</div>

Im Namen des Vaters…
Lukas 5, 1-11

Herzlich willkommen in unserer ref. Kirche OE zu dieser Sonntagsandacht. Wir schauen gemeinsam die Berufung von Simon Petrus an und machen uns Gedanken über unser Lebensboot.
Manuela Koller,
Video dazu auf youtube

Wir beten:
Jesus, Danke, dass du immer und überall bei uns bist. Danke, dass du siehst wie es uns gerade geht. Wir bitten dich, öffne du unsere Augen, Ohren und unser Herz für deine Botschaft. Sei du uns spürbar nahe dort, wo wir gerade sind. Amen.

Liebe Gemeinde
Heute möchte ich Sie mitnehmen in die Begegnung zwischen Jesus und Petrus. Petrus oder besser gesagt, Simon, der Sohn des Johannes, wie er genannt wurde, war Berufsfischer. Das heisst, er verdiente seinen Lebensunterhalt mit Fischen. Dies war ein sehr anstrengender Job. Fische wurden während der Nacht gefangen, waren sie doch zu dieser Zeit nahe an der Wasseroberfläche. Nach jeder Nacht kehrte man mit dem Fang zurück ans Ufer und bereitete die Fische zum Verkauf auf dem Markt vor. Zudem musste man die Netze jeden Morgen waschen und flicken. Bei jedem Wetter befand sich Simon mit seinem Bruder und anderen Fischern draussen auf dem See. Eine Nacht ohne Fischfang war schwierig. Simon und seine Familie waren auf das Geld angewiesen, welches der Verkauf der Fische auf dem Markt abwarf. Es war ihre Existenzgrundlage.
Und genau eine solche erfolglose Nacht hatte Simon hinter sich als Jesus kurz vor Sonnenaufgang am Seeufer auftauchte. Es ist gut möglich, dass Simon Jesus schon mehrmals erlebte in seinem Dorf und auch mitbekam, was Jesus den Menschen erzählte. Vermutlich war Simon in diesem Moment, ziemlich frustriert über die schlechte Nacht, am Flicken seiner Netze.
Ueberall wo Jesus auftauchte, bildete sich in kurzer Zeit eine grosse Menschenmenge um ihn. Damit ihn alle Leute ohne Mikrofon gut verstehen konnten, brauchte Jesus die Hilfe von Simon. Jesus bat ihn, mit seinem Boot ein paar Meter auf Wasser hinauszufahren, damit er von dort aus weiter predigen konnte. Wasser und Bucht wirkten nämlich wie ein natürlicher Lautsprecher. So fuhr Simon mit Jesus sowie einem weiteren Fischer ein paar Meter weg vom Ufer. Ich bin mir sicher, dass Simon sich dabei gedacht hat: «Eigentlich hätte ich etwas Besseres zu tun. Eigentlich müsste ich meine Netze flicken und die erfolglose Nacht überbrücken.» Und trotzdem gehorchte er Jesus. Und jetzt sass er also mit Jesus in seinem Boot und dieser predigte und erzählte vom Reich Gottes in seiner unmittelbaren Nähe.

Schon oft war ich in einem Gottesdienst und wurde berührt von der Predigt. Es war spürbar, wie der Prediger oder die Predigerin ergriffen war von dem, war er/sie erzählte. Vom Gesagten ging eine starke Kraft aus. In so einem Moment wünschte ich mir, direkt daneben zu stehen, im Einflussbereich eben dieser Kraft zu sein. Und genau dies erlebte Petrus. Ich bin mir sicher, dass er zum erstenmal etwas vom Reich Gottes wahrgenommen hatte und dessen Kraft spürte. Sonst hätte er wohl nachher kaum das getan, worum Jesus ihn bat. Nach ein paar Stunden beendete Jesus wohl seine Predigt. Anschliessend widmete er sich Simon ganz persönlich. Jesus sieht den einzelnen Menschen in uns, er kennt unsere Geschichte, ja er kennt uns besser als wir uns selbst. Jesus wusste schon lange, was er mit Simon Petrus vorhatte. Auch wusste er, wie erfolglos die Nacht für die Fischer gewesen war, kannte den Frust von Simon. Dies hielt ihn jedoch in keiner Weise davon ab, um Simon zu werben, sein Herz zu berühren. So bat er ihn, weiter auf den See hinaus zu fahren und die Netze auszuwerfen. Simon erklärte Jesus klar und deutlich, wie unsinnig er die Idee fand. Und trotzdem gehorchte er ihm (Lukas 5.5). Und was passierte? Jesus gab im Überfluss. Die Netze füllten sich mit Fischen, sodass sie beinahe zerrissen. Simon benötigte die Hilfe seines Fischerkollegen um den riesigen Fang ans Ufer zu bringen. Jesus gibt uns nicht nur wenig, damit es knapp reicht. Nein, er gibt uns im Überfluss! Wir sehen es in diesem Beispiel aber auch bei der Hochzeit von Kanaan oder bei der Speisung der 5000. Gott gibt im Überfluss. Gott ist nicht knauserig mit seinen Gaben und Segnungen. Trauen wir Gott zu, dass er auch in unserem Leben im Überfluss geben kann? Er verheisst uns dies in Johannes 10.10. Dort steht: «Denn ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.» Dies kann man auch übersetzen mit «im Überfluss». Simon erlebte nun Gott auf krasse Weise, wie er im Ueberfluss gab und ihm wurde auch klar, dass dies übernatürlich war. Dies ängstigte ihn zuerst. Doch Jesus tröstete ihn und sagte: «Hab keine Angst.» Dann erklärte Jesus, was er in ihm sieht. Beschrieb ihm, was für ein Diamant hervortreten wird unter all dem Dreck. Er sagte zu ihm: «Ich werde dich zum Menschenfischer machen. Gemeinsam mit mir wirst du das Reich Gottes auf diese Erde bringen und Menschen zu mir führen.» Jesus erklärte Simon somit seine Berufung. Sicherlich berührte ihn dies ganz tief. Und so erstaunt es nicht, dass er und sein Bruder Andreas sowie Jakobus und Johannes sich ohne Zögern Jesus anschlossen. Man geht davon aus, dass Simon bei dieser Begebenheit durch Jesus den zweiten Namen Kephas oder eben Petrus erhielt. Was so viel bedeutet, wie Stein oder auch Fels. Petrus wird der Fels sein, auf den Jesus seine Gemeinde bauen wird. Was für eine riesige Verheissung zu Beginn des Weges von Petrus mit Jesus.

Jesus gebrauchte den Alltag, die Umstände und sogar die Frustration von Petrus um in sein Boot zu steigen. Was beschäftigt Sie gerade? Wie sieht ihr Alltag aus? Wo erleben Sie Frust? Trauen Sie Gott zu, dass er genau in all dem Ihnen ganz nahe ist und Ihnen begegnen möchte? Dass er Ihre Frustration mit seiner Begegnung verändern will und auf Ihren Mangel mit Überfluss reagieren möchte? Jesus sieht Sie in ihrem Lebensboot. Er sieht Sie genau dort wo sie stehen und hat auch für Sie eine Berufung. Er sieht auch in Ihnen einen Diamanten und damit viel Wertvolles. Ich möchte Sie ermutigen, es zuzulassen, wenn Jesus in Ihr Lebensboot einsteigen möchte. Sie werden es nicht bereuen. Amen

Gebet
Jesus danke, dass du uns als einzelne Menschen siehst und in unser Lebensboot steigen willst. Hilf uns jeden Tag neu mit dir zu starten.
Jesus wir bitten dich, erfülle all unsere wichtigen Entscheidungsträger in der jetzigen Situation mit Weisheit und Erkenntnis.
Und wir bitten dich auch, hilf uns im Kampf gegen den Corona, halte Ansteckungen von uns fern und sei du gerade den Kranken und Leidenden nahe.
Wir beten gemeinsam, wie Du uns gelehrt hast:
      Unser Vater im Himmel. Geheiligt werde dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
      Amen

Kollekte:
Normalerweise erheben wir in unseren Gottesdiensten eine Kollekte. Die Werke, die wir vorgesehen haben, rechnen mit unserem Beitrag, daher bitten wir Sie, auch „während Corona“, an sie zu denken. Heute ist sie vorgesehen für das weisse Kreuz. Der Verein basiert auf christlichen Grundwerten und setzt sich ein für sexuelle Prävention. Unterstützen Sie dies mit einer Spende auf unser Kollektenkonto 50-13302-4 mit Vermerk „weisses Kreuz“ – vielen Dank für Ihre Gabe! Im Foyer der Kirche gibt es zudem Einzahlungsscheine.

Unsere Corona-Angebote:
„Telefon-Seelsorge“: Wir Pfarrer sind für euch da: Tel-Nr. auf Gemeindeseite oder Homepage - anrufen!
„Entfelden hilft“: suchen Sie jemanden, der Ihnen Einkäufe besorgt? Unsere Sozialdiakonin Manuela Koller, 079 769 44 55, vermittelt kostenlos helfende Hände

Nächster Input:
10. Mai: 11v11 - Video mit Band, Theater und Input-Text auf ref-oe.ch bzw. auf dem youtube-Kanal


Johannes 10,10
Christus spricht: Ich bin gekommen um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken.

Segen:
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei unter dir um dich zu tragen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Hl Geist. Amen.

Bhüet nech Gott und bliibed gsund!
Bereitgestellt: 03.05.2020     Besuche: 5 heute, 54 Monat
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