INPUT 7, 26.4.20, zu 1. Petrus 2,21-25 - „Impfstoff?“

Jesus - der gute Hirte<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-oe.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1002</div><div class='bid' style='display:none;'>14017</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Liebe Gemeinde
Der heutige Sonntag 2 Wochen nach Ostern heisst „Misericordias Domini“, auf Deutsch: „Erbarmen des Herrn“. Ich habe geschaut, was für diesen Sonntag als Predigttext vorgeschlagen wird. Ein spannender und herausfordernder Text aus dem 1. Petrusbrief, der uns zeigt, was sich Petrus, der Jünger von Jesus unter diesem Erbarmen seines Herrn vorstellt.
Pfr. Andy Wahlen,
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Petrus hat ja Jesus vor seiner Kreuzigung 3 x verleugnet und konnte nicht mehr damit rechnen, dass Jesus ihn überhaupt noch brauchen wollte. Aber Jesus hat ihn nach seiner Auferstehung 3 x gefragt: „Liebst Du mich?“ und nachdem es Petrus 3 x bejaht hat, sagte er ihm 3 x: „Weide meine Schafe“. Jesus hat sich über ihn erbarmt und ihm sogar die Verantwortung übertragen, seine Kirche zu gründen! Und jetzt schreibt Petrus in den Versen 21-25 des 2. Kapitels: „Christus, der für euch litt, ist euer Vorbild, dem ihr nacheifert. 22 Er hat nie gesündigt und nie jemanden mit seinen Worten getäuscht. 23 Er hat sich nicht gewehrt, wenn er beschimpft wurde. Als er litt, drohte er nicht mit Vergeltung. Er überliess seine Sache Gott, der gerecht richtet. 24 An seinem eigenen Körper hat er unsere Sünden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind und für die Gerechtigkeit leben können. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden! 25 Früher seid ihr umhergeirrt wie verlorene Schafe. Aber nun seid ihr zu eurem Hirten zurückgekehrt, dem Beschützer eurer Seelen.“

Hier geht es um den Kern der christlichen Botschaft, um die Frage: Warum kam eigentlich dieser Jesus auf unsere Erde? Was hat er da gemacht? Und vor allem: Was haben wir denn davon? Vor 2 Wochen haben wir an Karfreitag und Ostern daran gedacht. Jesus ist zu uns auf die Welt gekommen, um uns ein Vorbild zu sein. Er hat uns in seinem Leben gezeigt, was es heisst, Gottes Willen zu erkennen und dann auch zu tun. Wie er uns auch gelehrt hat zu beten: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ Jesus war ohne Sünde und Fehler, das erreichen wir sowieso nie. Aber er hat uns auch eingeladen, nach Gottes Willen, nach seinen Geboten zu leben. Das schaffen wir auch nicht so gut, wir leben doch lieber so, wie es uns gerade passt. Ausser gerade jetzt in der Corona-Zeit. Ich staune, wie gross die Bereitschaft der meisten Leute ist, sich strikte an die Vorgaben des Bundes zu halten. Da geht es plötzlich! Warum? Weil es jetzt ans „Läbige“ geht! Wer nicht mitmacht, könnte das Virus bekommen und daran sterben! Und wer will das schon!

Petrus erwähnt hier ein Virus, das noch viel schlimmer ist als Corona: die Sünde, die Auflehnung gegen Gott und seinen Willen. Ja, ich weiss, das hören wir nicht gerne, dass wir Sünder sind. Aber aus biblischer Sicht ist dies das Hauptproblem des Menschen, nicht Corona. Gemäss Paulus haben alle ohne Ausnahme gesündigt (Röm 3,23) und die Folge davon ist immer der Tod (Röm 6,23). Corona endet nicht in jedem Fall tödlich, die Sünde aber schon. Das ist unbequem. Zum Glück ist das nicht alles, was uns Petrus hier erzählen möchte. Er hat ja von Jesus den Auftrag bekommen, seine Schafe zu weiden, für sie zu sorgen und ihnen die frohe Botschaft zu verkünden, sie nicht einzuschüchtern mit der Mitteilung, dass sie Sünder sind.

Petrus nennt das Problem beim Namen, redet nicht um den heissen Brei herum, aber er bietet auch eine Lösung des Problems an. Er hat es selbst erlebt, wie Jesus am Kreuz gestorben ist, hat zugeschaut, wie er gelitten hat und ins Grab gelegt wurde. Und hat als einer der Ersten den auferstandenen Jesus getroffen. Obwohl er am Karfreitag zu Tode betrübt war, war er an Ostern und in der folgenden Zeit himmelhoch jauchzend. Er hat begriffen: Jesus lebt! Er hat den Tod überwunden, auch den Tod, der die Folge der Sünde ist. Das ist genial! Dieser Jesus, der nie gesündigt, nie jemanden übers Ohr gehauen hat (22), hat „an seinem eigenen Körper unsere Sünden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind und für die Gerechtigkeit leben können.“

Sorry, ich muss nochmals Corona beiziehen, weil dies sehr gut passt: Wann können wir ohne Angst vor einer Ansteckung wieder volle soziale Nähe leben - ohne „Social Distancing“? Viele sagen: wenn es einen Impfstoff gibt gegen diese tödliche Krankheit. Hier verkündet Petrus den Impfstoff gegen die noch tödlichere Krankheit der Sünde: Der Name des Impfstoffes heisst: „Jesus Christus“. Er hat unsere Sünden ans Kreuz getragen am Karfreitag, damit uns die Sünde nichts mehr antun kann, wir sind für sie tot, oder eben geimpft, wenn wir an diesen Jesus glauben und ihm nachfolgen. Damit kann die Sünde uns nicht mehr töten. Tönt dies nicht viel zu einfach? Nein! Dies ist die frohe Botschaft der Bibel. Er fasst sie zusammen: „Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden!“ Genau das können wir beim alttestamentlichen Propheten Jesaja schon Jahrhunderte vorher lesen (Jes 53,5). Sein Tod am Kreuz hat zur Folge, dass wir geheilt werden von den Folgen der Sünde, dass wir wiederhergestellt werden und durch ihn für die Gerechtigkeit leben können. Er gibt uns die Kraft, ihm nachzufolgen und nach seinem Willen zu leben, der noch viel wichtiger ist, als nach den Anweisungen des Bundesamtes für Gesundheit zu leben. Er gibt uns auch die Kraft, Unrecht zu ertragen und uns nicht selbst Gerechtigkeit zu verschaffen, so wie er es auch vorgelebt hat.

Zum Schluss unseres Abschnittes braucht Petrus noch ein Bild, das uns aus Psalm 23 bekannt ist: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Wir werden mit Schafen verglichen, die vom Weg abgekommen sind und irgendwo herumgeirrt sind. Jesus ist dieser Gute Hirte, der nur das Beste will für seine Schafe, der lieber 99 Schafe zurücklässt, um das eine zu suchen, das sich verlaufen hat (Luk 15,3-7). Und dann nimmt er es auf den Arm, pflegt seine Wunden vom Dornengestrüpp und trägt es liebevoll zurück zur Herde. Er ist der „Beschützer eurer Seelen“, wie es da heisst. Und da schliesst sich der Kreis mit der Bezeichnung des heutigen Sonntags „Misericordias Domini“, „Erbarmen des Herrn“: Wir haben einen genialen Gott, der uns in Jesus Christus jeden Tag begegnen und uns auf unserem Weg vorangehen will. Der uns einlädt, ihm auf seinen Fussstapfen nachzufolgen. Dieser Gott lässt uns nicht alleine mit dem Problem unserer Sünde, auch nicht mit Corona. Er ist immer für uns da wie ein guter Hirte, der in jeder Lebenssituation für seine Schafe schaut. Er ist die Liebe in Person, hat Dich über alles gern. So heisst es in unserem V.25: „Früher seid ihr umhergeirrt wie verlorene Schafe. Aber nun seid ihr zu eurem Hirten zurückgekehrt, dem Beschützer eurer Seelen.“ Ich weiss nichts Besseres, als mit diesem guten treuen Hirten und Beschützer meiner Seele unterwegs zu sein. Ich habe ihm mein Leben anvertraut und erfahre seither diesen inneren Frieden, diese Freiheit und Lebensfreude, die es nur bei ihm gibt. Auch Du bist eingeladen, zu ihm in seine starken und tröstenden Arme zurückzukehren, jeden Tag wieder neu. Er will nur das Beste für Dich. Darum gehört ihm alle Ehre. AMEN

GEBET
Herr Jesus Christus. Du hast Petrus nach Deiner Auferstehung den Auftrag gegeben, Deine Kirche zu gründen und Deine Schafe zu weiden. Danke, dass er uns in seinen Briefen gezeigt hat, was Du für uns getan hast. Du hast an Deinem eigenen Körper unsere Sünden ans Kreuz getragen. Du bist für uns gestorben, damit uns die Sünde nicht mehr in den Tod bringt, wenn wir an Dich glauben. Danke, dass wir durch Deine Wunden geheilt sind, dass Du uns ein erfülltes Leben schenken willst.
Du siehst, wie wir manchmal wie verlorene Schafe umherirren, wie wir uns gegen Deinen Vater und seinen Willen auflehnen. Du bist der gute Hirte, der uns sucht, uns pflegt und auf die Arme nimmst, Du beschützest unsere Seele und bewahrst sie vor allem Bösen. Wir loben und preisen Dich dafür. Hilf uns immer wieder neu, zu Dir zurückzukehren, und Dir nachzufolgen, weil dies das Beste ist, was uns passieren kann. Du siehst unsere Situation in dieser Corona-Krise. Hilf, dass diese Krise eine Chance für uns werden kann. Zeig uns, wie wir mit diesem Lockdown fertig werden können. Segne alle, die in dieser Zeit besonders gefordert sind im Dienst an der Allgemeinheit. Segne alle, die in medizinischen Berufen für unsere Gesundheit sorgen, segne alle, die sich für unsere tägliche Versorgung einsetzen, segne die Politiker, die Entscheide fällen müssen, schenk ihnen viel Weisheit. Sei auch bei den Kranken und wirke mit Deiner heilenden Hand. Und gib den Menschen, die im Moment keine oder reduzierte Arbeit haben, eine neue Lebensperspektive.
Sei besonders auch bei den Menschen, die im Moment eher vergessen gehen, die in Krisen- und Kriegsgebieten leben, die darum auf der Flucht sind oder die wegen ihrem Glauben an Dich verfolgt werden.
Komm mit uns in die kommende Zeit, bewahre uns vor Krankheit und segne uns.

Wir beten, wie Du uns gelehrt hast:
Unser Vater im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

KOLLEKTE
Normalerweise erheben wir in unseren Gottesdiensten eine Kollekte. Die Werke, die wir vorgesehen haben, rechnen mit unserem Beitrag, daher bitten wir Sie, auch „während Corona“, an sie zu denken. Heute ist sie vorgesehen für das Fofeldea lebt. Der Verein fördert die Kinder in einem notleidenden Dorf in Rumänien und gibt ihnen eine neue Lebensprespektive. Unterstützen Sie sie mit einer Spende auf unser Kollektenkonto 50-13302-4 bzw. IBAN: CH59 0900 0000 5001 3302 4 mit Vermerk „Tearfund“ – vielen Dank für Ihre Gaben! Im Foyer der Kirche gibt es Einzahlungsscheine.

Unsere Corona-Angebote:
„Telefon-Seelsorge“: Wir Pfarrer sind für Sie da: Pfr. Peter Hediger, 062 723 21 30 oder Pfr. Andreas Wahlen, 062 723 11 33
„Entfelden hilft“: suchen Sie jemanden, der Ihnen Einkäufe besorgt? Unsere Sozialdiakonin Manuela Koller, 079 769 44 55 vermittelt kostenlos helfende Hände

Nächster Input:
  • Sonntag, 3.5.: Flyer in Kirche, Text und Video auf www.ref-oe.ch/inputs;
  • Am Muttertag, 10.5. gibt es auf Video einen „kleinen“ 11vor11-Gottesdienst zum Thema „Mutterliebe“ (mit Band und Theater)!

Wochenspruch:
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme,
und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
(Johannes 10,11.27-28)

SEGEN:
Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.
AMEN

Bhüet nech Gott und bliibed gsund!
Bereitgestellt: 26.04.2020     Besuche: 5 heute, 53 Monat
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