INPUT 3, 5.4.20, zu Sacharja 9,9 „Köng ohne Corona“

Einzug in Jerusalem<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-oe.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>1002</div><div class='bid' style='display:none;'>14006</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Liebe Gemeinde

Palmsonntag. Wir denken daran, wie Jesus auf einem Eselchen in die Stadt Jerusalem eingezogen ist, alle Leute haben ihre Kleider vor ihm auf den Boden geworfen, mit Zweigen gewedelt und ihm zugejubelt:

„Gepriesen sei der König,
der im Namen des Herrn kommt!
Friede in der Höhe und
Ehre im höchsten Himmel!“
(Lukas 19,38)

Ein Empfang wie bei einem Rockstar oder einem Spitzenpolitiker!
Pfr. Andy Wahlen,
Mich fasziniert an dieser Geschichte, dass sie bereits über 500 Jahre vorher vorausgesagt wurde. Der Prophet Sacharja rief seinem Volk zu: „Juble laut, du Volk von Zion! Freue dich, du Bewohner von Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft, er ist demütig und reitet auf einem Esel.“  (Sach 9,9) Israel ist aus der Verbannung in Babylon zurückgekehrt und steht vor einem Scherbenhaufen: Jerusalem ist zerstört und muss wieder aufgebaut werden. Und in diese Trauer und Niedergeschlagenheit ruft Sacharja: „Freut euch und jubelt laut!“  Ist das nicht völlig deplatziert?

Sind wir heute Anfang April 2020 nicht in einer sehr ähnlichen Situation? Wir werden Zeugen einer noch nie dagewesenen weltweiten Pandemie. Die Wirtschaft, die vor zwei Monaten noch brummte, die Börse, die ein Hoch verzeichnete, der Wohlstand – alles ist innert ein paar Wochen plötzlich am Boden. Wer hätte das im Februar noch gedacht?! Wer hätte sich vorstellen können, dass keine Flugzeuge mehr fliegen, Konsumtempel geschlossen sind, Strassen und Städte leergefegt sind und das WC-Papier knapp werden könnte? Ich auch nicht! Unsere kapitalistische Welt ist ein erbärmlicher Haufen. Ganz ähnlich wie das stolze Jerusalem vor 2500 Jahren. Hoffnungslos kaputt. – Hoffnungslos? Nein! Da steht einer auf, der seine Hoffnung nicht aufgegeben hat – entgegen der allgemeinen Stimmung im Volk.

Sacharja ermuntert sein deprimiertes Volk: „Freut euch und jubelt laut!“  Sieht er denn nicht, dass sie keinen Grund zum Jubeln haben? Oder will er sie aufmuntern wie der Wirt, der den „Corona-Schottisch“ singt: „Co-Co-Co-Corona“, um sie etwas abzulenken und ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern? Warum sollen sie sich überhaupt freuen? Sacharja gibt die Begründung: „Seht, euer König kommt zu euch.“  Das ist noch eine Botschaft! Stellt euch vor, jemand käme in unser Dorf und würde sagen: Der Bundesrat macht einen Zwischenstopp in Oberentfelden! Würden da nicht alle auf die Strasse gehen und sie empfangen und mit ihnen anstossen? Dürfen wir ja nicht, wegen Corona… Der hier Angekündigte ist aber noch grösser - er ist ein König. Nicht irgendeiner, sondern Dein König. Er kommt extra für Dich.

Wie stellst Du Dir Deinen König vor? Prunkvoll mit einer Luxuslimousine? Oder hoch zu Ross wie im Märchenfilm? Und auf alle Fälle mit einer wunderschönen Krone! Doch dieser König, der hier beschrieben wird, ist ganz anders. Er kommt nicht mit Bodyguards oder Soldaten, sondern mit ein paar komischen Begleitern, nicht mit Kutsche, sondern auf einem einfachen Esel, dem Arbeitstier der armen Leute. Nicht mit rotem Teppich, sondern über ausgebreitete Kleider. Nicht mit Fanfaren, sondern mit Jubel der Leute. Und auch nicht mit Krone (lateinisch: Corona) – er ist der König ohne Corona.

Dieser König passt so gar nicht in das Bild unserer Königshäuser. Er ist ganz anders. Sacharja beschreibt ihn: „Er ist gerecht und hilft, er ist demütig und reitet auf einem Esel.“  Dieser König kam nicht zur Zeit des Propheten Sacharja, aber ganz Israel erwartete ihn seit 500 Jahren sehnlichst. Und jetzt ist der grosse Moment: Der erwartete „Gesalbte Gottes“ (hebräisch: Messias) zieht in Jerusalem ein. Die Erwartung ist sehr gross. Vor allem auch, weil Israel vom Römischen Reich unterdrückt ist und es endlich einen Befreier braucht. Einen, der Schluss macht mit dieser Unterdrückung. Eigentlich braucht dies einen König auf einem Pferd oder mit einem Streitwagen, bewaffnet bis zu den Zähnen, um die gewaltige Macht Roms zu besiegen. So die Erwartung des Volkes, das sich nach diesem König sehnt.

Und was kommt da daherspaziert? Ein junger Mann in einfachem Gewand, ohne Schutz und Waffen, ohne Prunk und Glamour. Auf einem Eselsfüllen. Die Symbolik ist sehr stark. Jesus unterscheidet sich von allen Königen und Machthabern dieser Welt. Wir sehen gerade im Zusammenhang mit Corona, wie sich einige Herrscher als Diktatoren aufspielen und unbegrenzte Macht an sich reissen. Dieser König wird anders beschrieben: Er ist gerecht, setzt sich dafür ein, dass alle gleich behandelt werden. Er schaut für alle, ohne Ansehen der Person. Etwas, was in einem korrupten System unvorstellbar ist. Diese Gerechtigkeit gibt es in dieser Reinheit nur bei Gott und seinem Reich. Dann wird er als Helfer bezeichnet. Das hebräische Wort, das hier genannt wird (jascha) ist dasselbe Wort, das auch im Namen Jeschua, Jesus enthalten ist. Dieser König kommt nicht, um sich selbst zu gefallen oder anderen zu imponieren, sondern um zu helfen und zu retten. Nicht von der politischen Macht der Römer, sondern aus der Macht der Sünde. Er ist sich nicht zu schade, voll für seine Leute einzustehen. Ja er hat dazu sogar ein paar Tage später sein Leben am Kreuz geopfert, um alle, die an ihn glauben zu erlösen und ihnen ewiges Leben zu geben. Und er ist demütig. Demut heisst auch: Mut zum Dienen. Er hat sich auch mit den Menschen am Rand der Gesellschaft abgegeben, hat mit schlimmen Sündern gegessen. Er will nicht bedient werden, sondern kommt, um zu dienen. Seine Demut hat schon bei seiner Geburt angefangen. Er hat sich nicht einen Palast ausgesucht, sondern eine Futterkrippe in einem stinkenden Stall. Sein Programm ist von Anfang an klar: er will für alle da sein, auch für Dich! Genau darum kam er nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel. Der Esel ist ein Symbol für den Frieden, im Gegensatz zum Pferd, das für den Krieg steht.

Jesus wurde schon bei Jesaja als Friedefürst angekündigt. Er ist der König der Herzen, ein König, der hilft, vor allem auch Menschen in Not. Er ist voll Liebe für die Kranken da und für die Elenden. Gerade auch jetzt in dieser „ver-rückten“ Zeit, wo alle wie gebannt auf Corona schauen. Corona heisst Krone. Jesus hat keine Krone, auch kein Corona. Die Frage ist: Worauf richtest Du Deinen Blick? Auf die Corona-Krone oder auf den König ohne Krone? Auf den, der zwar ein paar Tage später auch eine Krone trug: die Dornenkrone, um unsere Schmerzen, unser Leid, unsere Krankheit und Sünde ans Kreuz zu nehmen und dafür zu sterben. Die Leute haben ihm am Palmsonntag vor 2000 Jahren zugejubelt: „Gepriesen sei der König, der im Namen des Herrn kommt! Friede in der Höhe und Ehre im höchsten Himmel!“  Er allein ist würdig, verehrt und angebetet zu werden. Palmsonntag ist der Tag, an dem wir daran denken: Er ist als gerechter König, Retter, Erlöser und demütiger Helfer auf einem Eselsfüllen in Jerusalem eingezogen, um die Verheissung der Propheten zu erfüllen. Seine Liebe ist heute noch erfahrbar.

Jesus, dieser beste König aller Könige möchte auch in Deinem Herzen einziehen, um Dir gerade in der Corona-Zeit Ruhe und Gelassenheit zu geben, Deine Ängste zu nehmen und Dir eine neue Perspektive zu schenken. Er sagt in Matth 11,28: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“  Ihm gehört alle Ehre! AMEN

Lied: Du bisch Chönig, Du bisch Gott! - auf youtube
Du bisch Chönig, Du bisch Gott, Dir wott i diene und i wott Dir alli Ehr gä!
1. Higab und Verehrig ghöre Dir allei,
und wenn mir nid ds Muul uftüe, de rüefe d Schtei:
Refrain: Du bisch Vater, Schöpfer, Herrscher über ds Universum, Dir wott i alli Ehr gä.
Du bisch Chönig, Du bisch Gott, Dir wotti diene und i wott Dir alli Ehr gä!
2. Di z’verehre wott i nid de Schteine la,
drum rüefen i zu Dir grad so lut i cha:
Refrain: Du bisch Vater…


Corona-Gebet    -   von Pfrn. Aline Kellenberger
Herr, wir bitten dich für alle, die infiziert sind und unter Quarantäne stehen:
  Hilf ihnen, Ruhe zu bewahren und die Zeit durchzustehen.
Wir bitten dich für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind und um ihr Leben kämpfen:
  Sei bei ihnen, was immer auch geschehe.
Wir bitten dich für alle, die liebe Menschen durch das Corona-Virus verloren haben:
  Sei mit ihnen in ihrem Schmerz und ihrer Trauer.
Wir bitten dich für das medizinische Personal:
  Gib ihnen Kraft und Ausdauer für ihren Einsatz.
Wir bitten dich für alle, die das Virus mit Hochdruck erforschen und nach Medikamenten und Impfstoffen suchen:
  Lass ihre Arbeit von Erfolg gekrönt sein.
Wir bitten dich für die Verantwortlichen in der Politik und in den Krisenstäben:
  Schenke ihnen Besonnenheit und Weitsicht, aber auch Verständnis für die Ängste und Sorgen der Menschen.
Und wir bitten dich für uns:
  Hilf uns, einen kühlen Kopf zu bewahren. Schenke uns Gelassenheit. Und lass uns darauf vertrauen, dass du, Schöpfer von Himmel und Erde, nicht zugrunde gehen lässt, was du erschaffen hast.
AMEN

Kollekte:
Normalerweise erheben wir in unseren Gottesdiensten eine Kollekte. Die Werke, die wir vorgesehen haben, rechnen mit unserem Beitrag, daher bitten wir Sie, auch „während Corona“ an sie zu denken. Heute ist sie vorgesehen für unsere Patenkirchgemeinde Grono im Misox GR. Die kleine Gemeinde ist auf unsere Hilfe angewiesen. Unterstützen Sie sie mit einer Spende auf unser Kollektenkonto 50-13302-4 bzw. IBAN: CH59 0900 0000 5001 3302 4 mit Vermerk „Grono“. (Im Foyer der Kirche gibt es Einzahlungsscheine.) Aktuelle Infos zur Patengemeinde
Vielen Dank für Ihre Gaben!




Unsere Corona-Angebote:
„Telefon-Seelsorge“: Wir Pfarrer sind für Sie da:
Pfr. Peter Hediger, 062 723 21 30 oder Pfr. Andreas Wahlen, 062 723 11 33
„Entfelden hilft“: Suchen Sie jemanden, der Ihnen Einkäufe besorgt? Unsere Sozialdiakonin Manuela Koller (079 769 44 55) vermittelt kostenlos helfende Hände
Kreuzweg auf dem Kirchplatz: Nimm Dir Zeit für diese Besinnung in der Karwoche!
Gründonnerstag: 20.00 Uhr, Kirchenglocken läuten und laden ein, mit einer Kerze ans Fenster zu stehen und für die Corona-Betroffenen zu beten
Karsamstag: 20.00 Uhr, Osterfeuer (ohne Besammlung) auf Kirchplatz, um die Auferstehungsbotschaft in die Welt leuchten zu lassen
Ostern: 10.00 Uhr, Kirchenglocken läuten, um ans wichtigste Fest der Christenheit zu erinnern: die Auferstehung Jesu von den Toten.
10.00 Uhr. Ostergottesdienst auf TeleM1

Lukas 19,38: „Gepriesen sei der König, der im Namen des Herrn kommt!
Friede in der Höhe und Ehre im höchsten Himmel!“

Segen: Der Herr segne Dich und behüte Dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.
AMEN

Bhüet nech Gott und bliibed gsund!

Bereitgestellt: 04.04.2020     Besuche: 5 heute, 52 Monat
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