INPUT 2, 29.3.20, zu 2. Mose 33,3

Wüste Perazim, Israel<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-oe.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>465</div><div class='bid' style='display:none;'>14003</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>

Wüste Perazim, Israel

Gnade seit mit euch
und Friede von Gott, dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus.
1. Korinther 1,3
Pfr. Peter Hediger,
Zwei Strophen aus Lied 659 als Gebet:

Unter deinem Schirmen
bin ich vor den Stürmen
aller Feinde frei.
Lass von Urgewittern
rings die Welt erzittern, mir steht Jesus bei!
Ob’s mir Macht gleich blitzt und kracht,
ob gleich Sünd und Hölle schrecken;
Jesus will mich decken.

Trotz dem alten Drachen,
trotz des Todes Rachen,
trotz der Furcht darzu!
Tobe, Welt, und springe;
ich steh hier und singe
in gar sichrer Ruh!
Gottes Macht hält mich in acht;
Erd und Abgrundt muss verstummen,
ob sie noch so brummen.

Liebe Gemeinde
„Und ich will vor dir her senden einen Engel dich zu bringen in das Land, darin Milch und Honig fließt.“ spricht der Herr. Das Volk Israel ist in der Wüste unterwegs. Sie sind der Sklaven-Arbeit entflohen, weil Gott sie dazu aufgerufen und zugesagt hat, er sei mit ihnen.
Andere anspruchsvolle Aufgaben erwarten sie. So sind die Lebensmittel knapp, vorbei sind die Zeiten, wo man versorgt war und schon lassen Viele ihr Vertrauen sinken und murren gegen Moses und seine Getreuen (2. Mose
16,3): „Wollte Gott, wir wären in Ägypten gestorben durch des HERRN Hand, da wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten die Fülle Brot zu es-sen; denn ihr habt uns ausgeführt in diese Wüste, daß ihr diese ganze Ge-meinde Hungers sterben lasset.“ Niemand weiss, welche Entbehrungen noch auf das Gottesvolk zukommen werden. Immer wieder denkt und hofft man: Bald ist es vorbei. Doch die Enttäuschung kommt immer wieder über sie. Viele werden auch die 40 Jahre nicht überleben.
Sie haben Moses als Führer, dem sie unbedingt vertrauen müssen, sonst las-sen sie die Hoffnung ersticken. Doch auch Moses ist nur ein Mensch mit all seinen Unzulänglichkeiten, Zweifeln und Anfechtungen.
Aber sie haben noch etwas Anderes. Was denn? Es ist unsere Bibelstelle am Anfang dieses Textes. Sie sagt ihnen zu: Ein Engel wird euch leiten in ein Land, da Milch und Honig fliesst. Diese Verheissung ist wichtiger als alles Andere. Denn sie kommt von Gott, der seine Zusagen hält.

Und nun, in der Corona-Krise: befinden wir uns nicht auch auf einer Wüs-ten-Wanderung? Die Gemeinsamkeiten springen ins Auge:
1. Für Viele ist die Arbeit unterbrochen oder gar zu Ende. Restaurants, Be-triebe müssen schliessen. Viele bangen um ihre Existenz. Andere arbeiten auf Hochtouren; Pflegepersonal, VerkäuferInnen, die sich auch alle einem erhöhten Risiko aussetzen. Überraschend viele Berufsgruppen sind dabei, die nicht zu den bestverdienenden gehören.
2. Man sorgt sich um genügend Nahrung. Oder soll ich schreiben: Nah-rungs-Vorräte? Lebensmittel sind zwar noch immer da, dennoch sind oft Regale leer. Kürzlich erzählte mir jemand, er habe im Abfall verdorbenes Gemüse entdeckt. Da hat also eine Person Hamsterkäufe getätigt und es nicht aufessen können. Zu wenig Vertrauen. Die Erzählung ab 2.Moses 16,20 spricht genau über das Problem. Die Israeliten erhielten in der Wüste täglich Manna vom Himmel. Wer aber etwas aufbewahren wollte, dem ver-darb es. Jesus spricht: «Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.“ (Matthäus 6,34) und lehrt uns beten: „Gib uns heute unser täglich Brot.“ Und nicht schon für morgen. Morgen reimt sich auf Sorgen. Dazu ein Vers:
Vermeid‘ die Ängste um dein Morgen,
Versuch‘, für Andere zu sorgen.
In diesem Sinn handelt auch eine Arbeitsgruppe der Entfelder Kirchen. Sie bietet Kranken und Betagten an, für sie einkaufen zu gehen. Wie zu erwar-ten, laufen die Telefone heiss. Ein mutiger, zukunftsweisender Schritt, den viele andere Gemeinden auch gewagt haben.
3. „Wie lange noch?“ fragen sich viele. Prognosen werden getätigt, Kurven gezeichnet, aber seien wir ehrlich: man kann es nicht sagen. Es liegt in der Hand eines Andern. Für Israel war es eine Chance, auf Gott hören zu lernen und ihm, nur ihm zu vertrauen.
Franz Hohler sagt dazu: „Die Krise bringt uns alle näher zusammen. Wich-tig ist, dass wir uns nicht in einen Angst-Modus drängen lassen. Gelassen dem entgegenblicken, was kommt. Wieder Bücher lesen, Musik hören, auf dem Balkon singen wie in Italien. Und wer weiss, vielleicht sogar mal be-ten.“ So mag diese Zeit dauern, so lang es eben sein muss.
4. Das Gottesvolk hatte Moses, wir die Behörden. Auch sie aufrichtige Männer und Frauen, aber auch sie sind nur Menschen. Obschon wir wissen, dass nicht alle Beschlüsse unfehlbar sind: es lohnt sich trotzdem zu vertrau-en und miteinander den gleichen Weg zu wählen, selbst wenn es Opfer kos-tet.
5. Schliesslich: die Verheissung, wieder in ein Land zu kommen, wo Milch und Honig fliesst. Diese Prophetie gilt auch uns. Es werden wieder Zeiten kommen, da auch unser Land in den Normalbetrieb zurückkehren darf, wenn die Wüstenwanderung überstanden ist. Das gilt, so lang die Erde be-steht: Gott wird die Seinen führen und ihnen immer wieder Heimat geben.
In Israel starben Viele während des Unterwegsseins. Das ist beim jetzigen Ereignis auch der Fall. Aber wir haben eine Zusage von Gott, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Jesus spricht zu Martha (Johannes 11,25f): „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Welcher Art die Wüstenwanderung auch sein wird: Gott führt die, die ihm vertrauen.

Dazu aus Lied 281:

1.Wer nur den lieben Gott läst walten
Und hoffet auf Ihn allezeit
Den wird er wunderlich erhalten[3]
In aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott dem Allerhöchsten traut
Der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen?
Was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es daß wir alle Morgen
Beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
Nur größer durch die Traurigkeit.

3. Man halte nur ein wenig stille
Und sei doch in sich selbst vergnügt
Wie unsres Gottes Gnadenwille
Wie sein’ Allwissenheit es fügt
Gott der uns Ihm hat auserwählt
Der weiss auch sehr wohl was uns fehlt.

Segen:
Mögest du immer einen Freund an deiner Seite haben,
der dir Vertrauen gibt, wenn es dir an Licht und Kraft gebricht
Der Herr segne Dich und behüte Dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden. AMEN

Bhüet nech Gott und bliibed gsund!


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Bereitgestellt: 29.03.2020     Besuche: 5 heute, 47 Monat
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