Übergänge im Leben

Interrelig. Dialog 7.3.19<div class='url' style='display:none;'>/bereich/erwachsene/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-oe.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>941</div><div class='bid' style='display:none;'>13408</div><div class='usr' style='display:none;'>281</div>

Interreligiöser Vortragsabend im Reformierten Kirchgemeindehaus Oberentfelden
Peter Hediger,
Nicht, dass der grosse Saal aus allen Nähten geplatzt wäre, aber eine feine Schar Interessierter kam zusammen, um mehr über die Wege zu erfahren, mit denen die Religionen und Konfessionen Lebens-Übergänge bewältigen. Schon der Anblick der drei Referierenden sagte viel aus: Ajla Ibranovic-Puric zeigte in weissem Kopftuch und dunkler, langer Kleidung, dass sie die Vorschriften des Islam einhält. Der reformierte Pfarrer Peter Hediger hatte eine Bibel vor sich und der katholische Seelsorger Alex Bugmann eine Schale mit Wasser, eine Kerze und eine kleine Büchse mit duftendem Öl.

Ajla Ibranovic, eine junge Studentin aus der bosniakischen Gemeinschaft, zeigte auf, dass der Islam klare Vorschriften und Wegleitungen bezüglich Geburt, Erziehung, Heirat und Sterben gibt. «Die Erziehung beginnt schon 20 Jahre vor der Geburt,» zitierte sie einen Leitsatz, das heisst: Schon die Eltern müssen den Weg kennen. Bei der Ehe ist der freie Wille beider Partner entscheidend. Und was das Sterben anbelangt, erzählte sie von ihren Grosseltern, die, fundiert in ihrem Glauben, eine Hoffnung auf das Nachher hatten und so von sich selbst wegsehen konnten, während Menschen ohne diese Zuversicht in den eigenen Wehwehchen versanken.

Anders als im Islam sind die Übergänge in der christlichen Religion von vielen Ritualen begleitet, führte Peter Hediger aus. In der Taufe wird dem Kind Gottes Segen mitgegeben, dazu ein Taufspruch und eine Kinderbibel. An der Konfirmation wiederum bestätigt der Jugendliche die Taufe und erhält ebenso einen Spruch, aus der Heiligen Schrift. Ebenfalls einen Spruch und dazu eine Bibel wird einem Ehepaar bei der kirchlichen Trauung mitgeben, ein weiteres Bibelwort steht im Zentrum des Beerdigungs-Gottesdienstes. Alex Bugmann schliesslich berichtete über die Sakramente, die zusätzlich im katholischen Glauben gespendet werden, wie Krankensalbung, Priesterweihe oder Firmung. Er zeigte mit Bezug zu unserem Leben die symbolische Kraft von Wasser, Licht und wohlriechendem Salb-Öl auf. Dann macht er uns deutlich, dass Gott immer schon da ist, wir brauchen nur unsere Herzenstür für ihn zu öffnen. Dadurch kommt eine Dimension ins Spiel, über die wir nicht verfügen, sondern uns nur schenken lassen können. Nach einer engagierten Gesprächsrunde zwischen Religionen und Konfessionen begab man sich zu einem gemeinsamen Apéro, wo eifrig weiter ausgetauscht wurde.
Bereitgestellt: 11.03.2019      
aktualisiert mit kirchenweb.ch