11vor11-Gottesdienst vom 27.6.2010: ... und wer küsst den Verlierer?

11vor11 -  und wer küsst den Verlierer? - 27.6.10 (Foto: Doris Haldimann)

11vor11 - und wer küsst den Verlierer? - 27.6.10 (Foto: Doris Haldimann)

Wer will denn schon mit dem Verlierer zu tun haben, geschweige denn diesen auch noch küssen?!? Unter dem Einfluss der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika bekommt das Motto des 48sten 11vor11-Gottesdientes auch noch einen speziellen Touch – viele als sicher gesetzte Mannschaften sind bereits in der Vorrunde als grosse Verlierer ausgeschieden – doch: was hat das alles mit unserer Kirche zu tun?
Die 11vor11-Band eröffnete den Gottesdienst mit dem Lied „S Vaterhuus isch offe“ und dem „Volltreffer“ – hat es vielleicht doch etwas mit der WM zu tun?
Bertram Rutishauser,
Auch die Theatergruppe setzte das Motto mit Fussball um: mit dem leider, leider fiktiven WM-Finale Italien gegen Schweiz, den das helvetische Team dann sogar noch gewann; jänu, träumen soll ja noch erlaubt sein!
Die Lesung von Yvonne Buchser brachte dann aber etwas Licht in die Sache: in Mathäus 5,3-12 wird dargestellt, wen Jesus wirklich glücklich nennt: von WM-Siegern ist hier nicht die Rede, sondern von Leuten, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, oder von Trauernden, Friedfertigen und Barmherzigen; solchen, die reinen Herzens sind und Frieden stiften und von solchen, die verfolgt, verachtet oder verleumdet werden, weil sie Jesus nachfolgen.
Hmm – in unserer ach so modernen Gesellschaft sind das doch die Zeichen der Verlierer, weshalb nennt Jesus sie dann glücklich?
In der Predigt zeigte uns Pfarrer A. Wahlen mit dem Gleichnis des verlorenen Sohnes (oder der verlorenen Söhne) – für einmal aus der neu ausgelegten Volx-Bibel mit sehr moderner Sprache vorgelesen – dass unser Gott uns so liebt, dass er uns nicht auf der Verliererseite des Lebens sehen will: Er lässt uns frei entscheiden, wie wir unser Leben gestalten – was wir auch für einen Mist anstellen, er hat uns trotzdem gern! Ob wir nun unser Leben den materiellen Dingen widmen und unsere gekauften Freunde beim Verlust des Geldes auch verlieren oder ob wir dem Vater scheinbar treu dienen, dieses aber nicht als befreiend empfinden, weil wir seiner Grosszügigkeit nicht trauen – wir stehen auf der Verliererseite.
Wenn wir uns aber Gott zuwenden, werden wir mit offenen Armen empfangen! Ob nun ein Fest für die Rückkehr des verlorenen Sohnes gefeiert wird oder dem treuen Sohn klargemacht wird, dass ihm nicht vorenthalten wurde: „Alles, was mein ist, ist auch dein!“ so macht uns Gott zu Gewinnern. Er sieht uns mit seinen Augen der Liebe!
Unsere Wertmassstäbe gelten für Gott nicht: wir sind seine Kinder und er liebt uns. Alles, was er möchte, ist, dass wir uns ihm zuwenden – dann wird auch unser Leben ein Fest!
Ein weiteres Lied „Chönig vo mim Härz“ leitete zu einem ganz besonderen Programmpunkt über: die 11vor11-Band hat eine CD produziert, die nun getauft wird! 12 der schönsten Lieder wurden auf einen Tonträger gebrannt, den man nun auch zuhause oder bei Freunden auflegen und die schöne Stimmung der 11vor11-Gottesdienste auch privat geniessen kann: Danke!
Nach dem Segen trafen sich die Gottesdienstbesucher zur Grillparty, die vom Gourmet-Team ausgerichtet wurde: Steaks und Würste, dekoriert mit verschiedenen Salaten und erst das Des-sertbuffet – es war wie immer ein Traum!
An den Tischen wurde über die WM – Verlierer wie Gewinner – diskutiert. Und manch einer wird sich im Stillen gefragt haben, auf welcher Seite er wohl steht...
Bereitgestellt: 28.06.2010      
aktualisiert mit kirchenweb.ch