Wie lebt eine Muslima in der Schweiz?

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Zum 2. Interreligiösen Informationsabend in Oberentfelden lud die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken des Kantons Aargau in die Moschee im ehemaligen Gasthof Bad ein. Das Thema „Wie lebt eine Muslima in der Schweiz?“ fand reges Interesse und die Gästeschar war sehr zahlreich und bunt gemischt aus Vertretern der beiden christlichen Konfessionen und der islamischen Gemeinschaft. Die Einführung hielten der reformierte und der katholische Seelsorger von Oberentfelden, Peter Hediger und Alex Bugmann. Hauptreferent war Imam Dr. Muris Puric, der betonte, dass wir verbunden sind durch die Ein-Gott-Religion und den Willen zur Bejahung und Schonung jeglichen Lebens, das von Gott erschaffen ist.

Von Peter Hediger, peter.hediger@ref-oe.ch

Drei Muslimas, unter ihnen die Gattin Nusreta und Tochter Ajla von Imam Puric, und Maida Hamulic referierten darüber, was ihnen das Kopftuch bedeutet. Es war in allen Fällen die Findung einer eigenen Identität, wobei Ajla das Kopftuch noch nicht trägt. Das Vorbild der Mutter und die persönliche Reifung werden sie vielleicht einmal dahin führen. Sie betonte, dass es ihre freie Entscheidung sei. Zwang wäre bei ihr absolut nicht angekommen. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Frau auch nach der Bibel, 1. Kor 11,2-6, das Haupt bedeckt halten soll. Das gilt dort für den Gottesdienstbesuch und war damals kulturell bedingt. Die heutigen Christen übernehmen aber nicht alle aufs Äussere bezogene Weisungen aus der ersten Zeit des Christentums.

Die Rede war auch von Anpöbeleien, welche die Frauen wegen ihres Kopftuches schon erlebt hatten, andererseits aber auch über positive Reaktionen, gesunde Neugier von anderen Kindern und Freundschaften über die Kulturen hinaus. Später öffnete sich die Diskussion auf andere glaubensbedingte Handlungen wie das Fasten im Ramadan oder das fünfmalige Gebet am Tag. Aber auch die bedauernswerten Auswüchse des totalitären Islamismus blieben nicht unerwähnt, wobei Puric immer wieder betonte, dies sei ein falsch verstandener Islam.

Bei Mineralwasser und Gebäck klang der anregende Abend mit vielen bereichernden Gesprächen an den Tischen aus.

 

publiziert am 29.05.2017



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