Luther-Reise Oktober 2016

DSC_0102 —  Die Luther-Reisegruppe vor der Thesentür in Wittenberg<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-oe.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>716</div><div class='bid' style='display:none;'>7386</div><div class='usr' style='display:none;'>6</div>

Am 31. Oktober 2017 feiern wir 500 Jahre Reformation - da jährt sich der Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg. Unsere Kirchgemeinde hat die Gegend Martin Luthers ein Jahr vor dem Jubiläum bereits bereist - lesen Sie den Reisebericht!

Von Hermann Engler, hermann.engler@hispeed.ch

Vor bald 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirchentür angeschlagen und damit die Reformation und die Entstehung des reformierten Glaubens ausgelöst. Um das Wirken Martin Luthers und die Land- und Ortschaften, in denen er gelebt und gearbeitet hat, näher kennen zu lernen, sind 16 Mitglieder der reformierten Kirchgemeinde Oberentfelden und einiger Nachbargemeinden vom 8. bis 14. Oktober 2015 ins „Luther-Land“, d.h. nach Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen, gereist.

Der Reiseleiter Pfarrer Andreas Wahlen konnte uns mit seinen Ausführungen und Andachten den reformierten Glauben und die Ansichten Martin Luthers näher bringen – vielen herzlichen Dank. Dirk Lüscher, der aus Dresden stammende und heute in Oberentfelden wohnhafte Chauffeur unseres Twerenbold-Busses wusste viel Interessantes über seine frühere Heimat zu erzählen. Das Reiseprogramm war vielseitig aber auch etwas anstrengend. Zunächst reisten wir nach Erfurt, wo Martin Luther zwischen 1501 und 1508 an der Universität zunächst Jurisprudenz und dann Theologie studierte und 1505 als Mönch in ein Kloster eintrat. In den folgenden Tagen besuchten wir die Wartburg nahe Eisenach. Dort hat der ihm wohl gesinnte Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (1463-1523) Luther während zehn Monaten (1521/22) in Schutzhaft genommen und ihn so vor der fast sicheren Ermordung bewahrt. In nur elf Wochen übersetzte er dort das Neue Testament aus dem griechischen Urtext ins Deutsche. Der Kurfürst sorgte dafür, dass der erste Druck seiner Bibelübersetzung bereits im Herbst 1522 erscheinen konnte. Der von Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jahrhunderts erfundene Buchdruck mit beweglichen Lettern ermöglichte eine grosse Auflage, einen relativ günstigen Preis und demzufolge eine grosse Verbreitung in ganz Deutschland. Das in der Luther-Bibel verwendete Deutsch konnte sich dann in ganz Deutschland durchsetzen. Luther ist daher nicht nur der wichtigste Reformator, sondern auch derjenige, der der gesamtdeutschen Standardsprache Neuhochdeutsch zum Durchbruch verholfen hat.

Weitere Stationen unserer Reise waren Schmalkalden (wo sich die protestantisch gewordenen Fürsten 1531 verbündeten), Eisleben (wo Luther 1483 geboren wurde und 1546 gestorben ist), Halle, Leipzig (an beiden Orten hat Luther als Prediger Spuren hinterlassen), Wittenberg (an dessen Universität Luther 1512 den Dr. theol. erwarb und bis zu seinem Tode Theologieprofessor war). Unsere Reise durchs „Lutherland“ endete in Dresden, wo ebenfalls ein Denkmal an Luthers Wirken erinnert. In Dresden besuchten wir einen Gottesdienst in der im Februar 1945 durch einen Luftangriff total zerstörten Frauenkirche, die nach der 1989/90 erfolgten Wiedervereinigung Deutschlands sorgfältig wieder aufgebaut und 2005 wieder eingeweiht worden ist. – Vollgepackt mit schönen Erinnerungen und Erlebnissen fuhren wir dann im bequemen Königsklasse-Bus zurück nach Oberentfelden (rund 800 km).

 

publiziert am 20.10.2016



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